Gibraltar - Rabat

Für den Törn nach Rabat decken wir uns mit Wasser und Essen ein und am 11.7. segeln wir mit sehr guten Winden Richtung Rabat. Nach der Passage von Gibraltar schläft der Wind leider ein und wir müssen die ganze Nacht mit Motor segeln. Nach 24 Stunden erreichen wir Rabat, funken die Marina an, damit sie uns den Begleitservice zur Verfügung stellen. Die kommen dann auch prompt im Dinghy angerauscht und wir folgen ihnen durch den Fluss zur Marina.


Einklarierungsformalitäten sind einfach, Zollabfertigung dauert etwas länger, da der Hund das ganze Schiff nach Drogen abschnüffelt. Es ist sehr heiss und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Endlich geschafft geht's zu den Schwimmdock's, wo doch schon einige Schiffe sind. Die Angestellten der Marina sind uns sehr behilflich und nach 30 Minuten ist die Inspirity fest verankert. Jetzt ein verdientes Mittagessen in eines der Restaurant am Pier.


Wir geniessen unbeschwerte Tage, „Dolce va niente“, nicht ganz, da Olivier noch für die lrc Funkprüfung lernt und anschliessend für 3 Tage in die Schweiz fliegt. Prüfung bestanden und wieder zurück. Gegenüber von uns sind Holländer, ein Schweizer und ein Franzose. Schnell kommen wir in's Gespräch. Claudia & Bernhard, Cherret & Frida, Paul & Giselle, alles Weltenbummler. Und alle schwärmen von diesem Leben auf den Schiffen.

Richtung Gibraltar

Spanische Küste Richtung Gibraltar. Entlang der Küste, soweit das Auge reicht, erhebt sich der Gemüsegarten Europas. Sehr eindrucksvoll. Wir segeln mit voller Geschwindigkeit Richtung Gibraltar.


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Frachtschiffe warten vor der Einmündung nach Gibraltar. Wir kurven um die Schiffe und segeln in den Hafen von Gibraltar, wo wir uns einen Hafenplatz erhoffen. Leider nicht's gewesen. Bei der zweiten Marina klappt es und wir bleiben 2 Tage. Viel Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von über 60Kn im Hafen.

Tag Nacht Rhythmus wie am Land

Seit den Genusstagen im Mar interno bei Caleta del Estacio, segeln wir tagsüber Richtung Gibraltar. Nachts suchen wir uns einen ruhigen Ankerplatz um am nächsten Morgen frühzeitig aufzubrechen. Wir werden später noch genug Möglichkeiten haben, Nachts durch zu segeln und unseren drei Stunden Wachrhythmus zu absolvieren. Jetzt geniessen wir es Zeit zu haben und üben Segelmanöver, wenn das Wetter günstig ist. Die Winde sind sehr unterschiedlich. Am Mittwoch als wir losfuhren, konnten wir bis Abends segeln, dann schlief der Wind ein und wir beschlossen noch 3 Stunden mit Motor bis Porto Aguila zu fahren. Am Donnerstag war der Wind bis Nachmittags 3 Uhr komplett verschwunden. Erst gegen Abend konnten wir mit Genakker und Genua im Schmetterling, ohne das Grosssegel zu hissen, segeln. Wir segelten platt vor dem Wind. Die Inspirity lief wie auf Schienen. Das war schon fast Passatfeeling. Ein kleiner Thunfisch biss sich an unsere Angelleine fest. Wir liessen ihn, aus Respekt vor kindlichem Übermut, wieder frei. Die Küste ist felsig und wild. Wo es der Boden erlaubt, sind riesige Plastikgewächshäuser angelegt. Der Wintergarten Europas. Die ganze Küste schimmert weiss gefleckt. Entlang der Küste sind auch zahlreiche Fischfarmen angelegt. Hier, so scheint es, wird ganz Europa mit Nahrungsmitteln versorgt. Die Häfen sind vorwiegend für Frachtschiffe gebaut. Grosse Anlegepiers und Lademolen weisen auf umfangreichen Güterumschlag hin. Auch das AIS zeigt uns auf der Navigationskarte gegen hundert Schiffe, die wie Perlen auf einer Schnur einander folgen. Am Cabo de Gata, an der südlichstenen Spitze Spaniens, bevor die Alboran See Richtung Gibraltar beginnt, nahm der Wind zu (Kapwirkung). Auf der westlichen Seite suchten wir uns einen Ankerplatz am Strand, wo die Fallböen nicht mehr stark waren. Heute Morgen schenkte uns Aeolus schönen NE Wind mit Windstärke 4. Also nichts wie los! Eine Rauschefahrt Richtung Westen mit 7-8 Knoten, kaum Wellen und herrliches Wetter, liessen den Segelvirus aktiv werden. Der Wetterbericht von der Spanischen Küste erwartet bis heute Abend mehr Wind und bewegte See. Wir haben diverse Schutzmöglichkeiten an der Südküste Spaniens vorsorglich in der Karte notiert. Unser Tagesziel ist der Hafen von Adra, den wir bei der aktuellen Geschwindigkeit am späteren Nachmittag erreichen sollten.

Schreckmoment!


Die Inspirity wurde ein gute Woche lang in der Werft Varadero Ibiza überholt. Die Rumpfdurchbrüche für die ausgebaute Klimaanlage und Kühlschränke haben wir definitiv zugemacht. Das sind immerhin sechs Löcher weniger! Die Ruder musste repariert werden, der Steuerbordruder hatte einen Spalt von einer Grundberührung. Gleichzeitig liessen wir diverse kleine Gelcoat Ausbesserungen machen und ein neuer Epoxy-Unterwasserantifouling anstreichen. Das Getriebeöl der Saildrives ersetzt und neue Zinkanoden an die Motoren anbringen. Nun können wir mit gutem Gefühl die Atlantiküberquerung antreten! Nach und nach ist auch unsere Sicherheitsausstattung immer vollständiger. Zwei neue Rettungswesten für uns, eine aufblasbare MOB Mann über Bord Signalflagge waren uns ebenso wichtig wie die Handgelenksender die Alarm auslösen sobald sich einer von uns mehr als 15-20m vom Schiff entfernt.
In der Werft konnten wir auch das Dach fertig streichen. Es sieht jetzt richtig gut aus!
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Das Dach ist nun fertig gestrichen.

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Neue Zinkanoden

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Bereit zum Wassern


Als das Schiff wieder vom Kran gehoben wurde jagte uns Pedro ( der Chefarbeiter der Werft) einen Schrecken ein. Beim Heben des Schiffes war der hintere Gurt aus für uns unerklärlichen Gründen nicht straff und das Boot kippte nach hinten. Die Runderspitzen waren nur noch wenige Zentimeter über den Boden. Im Kopf kreisten mir dabei folgende Gedanken „Abrubtes Ende der Reise?“, Haftungsfrage? Ist die Werft versichert? und und und... doch zum Glück bekam Pedro wieder alles im Griff. Ich war positiv überrascht dass er uns dann erklärte es sei sein Fehler gewesen. Keine Schuldzuweisungen sondern Selbstverantwortung. Das passt zu der Werft, wir sind begeistert von der guten Arbeit, der Kompetenz und die Ruhe die die Arbeiter an den Tag legen. Es wird gelacht und gesungen. Auch die Abfallentsorgung ist, soweit wir es feststellen konnten vorbildlich. DieWerft ist auch ISO zertifiziert. Sogar das Preis/Lesitungsverhältnis stimmt. Ein glücklicher Händedruck nach dem Wassern der Inspirity beschliesst unser Aufenthalt in Ibiza und wir fahren mit einer frisch herausgeputzten Inspirity auf’s Meer.

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Die Gurte werden vorbereitet

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Pedro hat alles im Griff, bzw. fast alles.

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Die Inspirity kurz vor der Wasserung

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Bald schwimmt sie wieder in ihrem Element.

Der Wellengang ist unangenehm. Hohe Dünung aus Ost lässt uns an die Westseite von Formentera ein herrlich ruhiger Ankerplatz suchen. Es ist schön wieder an Bord zu sein. Wir geniessen es wieder unterwegs zu sein.
Am nächsten Morgen beschliessen wir um 11:30h Richtung Cartagena los zu segeln. Eine herrliche Brise lässt die Inspirity über die Wellen fliegen und 27 Stunden später sind wir in caleta de lo estacio den Anker im Innenmeer fallen.
Marinterno
Eine eindrucksvolle Durchfahrt unter der Hebebrücke beendet diese Segelpassage. Hier werden wir unsere Vorräte aufstocken, bevor wir weiter nach Gibraltar segeln.