Freundschaften
Ja, wir sind immer noch in Madeira, geniessen den ruhigen Hafen und erkunden die Insel. Wir sind nicht alleine hier, Bernhard und Claudia von der SY Margna, Daniel und Silke mit Lena und Anna auf der SY Saba und Bruno und Christine auf der SY Cocktail treffen wir immer wieder. Gegenseitige Einladungen, Kaffee trinken, plaudern, Ausflüge, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Essen gehen. Das volle Sozialprogramm. Dabei gibt es Leute die sagen Segeln sei Reisen in der Einsamkeit. Je nach Route trifft man sich unterwegs an neuen Orten. Aus Bekanntschaften entwickeln sich wertvolle Freundschaften, die weit über den üblichen Smalltalk hinausgehen. Nächste Woche werden wir aller Zufriedenheit zum trotz den kurzen Sprung Richtung La Graciosa, Lanzarote und Fuerteventura anpacken. Wir hoffen auf zahlreiche Begegnungen mit Delfinen und Walen.
Dorfbummel und Rückfahrt nach Madeira
Heute wollen wir wieder nach Madeira segeln. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage prognostizieren Starkwind an. Bei der Abmeldung werden wir angenehm überrascht. Entgegen den Erwartungen kostet der Ankerplatz nichts. Der freundliche Polizist wünscht uns eine gute Fahrt. Bevor wir los segeln, besuchen wir gemeinsam mit unseren Gästen das Dorf mit ca. 2’300 Einwohner auf der Insel Porto Santo. Wir legen mit dem Beiboot am alten Anlegesteg. Eine alte Pier, die mich wie in eine Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückholt. Bruchstückhafte Erinnerungen, Bilder von Häfen die ich vor 20-30 Jahren mal besucht hatte, tauchen auf.



Zurück auf’s Boot erstatten wir einen kurzen Besuch an die Südspitze der Insel bevor wir mit rauhem Wind wieder Richtung Quinta do Lorde segeln. Auch diesmal gleiten wir nur so dahin. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit hat in den letzten Törns deutlich zugelegt.
Wiedersehen in Porto Santo
Claudia und Bernhard sind mit der SY Margna über Nacht eingetroffen. Wir statten einen kurzen Besuch mit dem Dinghy ab, bevor wir ins Dorf einkaufen gehen. Danach wieder faulenzen, lesen und baden an Bord.
Ein Franzose, der neben uns ankert, kommt vorbei und will sich erkundigen, wie das mit dem Zahlen der Ankergebühren geregelt ist und wie hoch diese sind. Wir wissen es auch nicht, es herrscht ziemliche Verwirrung. Wir lassen es darauf ankommen.
Auf nach Porto Santo
Gestern Abend sind unsere Gäste angekommen. Heute wollen wir die ruhige Wetterlage ausnutzen, um nach Porto Santo, die Nachbarinsel nordöstlich von Madeira, zu segeln. Es wird wieder ein schneller Törn. Die Dünung bringt unsere Gäste an die Grenze des erträglichen. Doch wir erreichen Porto Santo wohlauf. Corinne kocht zur Ankunft in ruhige Gewässer im Lee der Insel feine Spaghetti und innert kurzer Zeit ist alles wieder im Lot. Vor dem Hafen von Porto Santo ankern wir. Eine sehr schöne Bucht mit einem langen gelbrötlichen Sandstrand bildet die Kulisse für die nächsten Tage.

Am nächsten Morgen werden wir von der Sirene des Polizeibootes geweckt, dass uns freundlich auffordert, bei Gelegenheit im Polizeibüro der Marina die Anmeldung durchzuführen. Etwas erstaunt bedanken wir uns für die Information und erledigen umgehend die Formalitäten. Danach geniessen wir einen Strandtag mit lesen, bräunen und baden. Wir haben immer noch keinen Funkkontakt mit SY Margna von Claudia und Bernhard, die von Rabat nach Porto Santo segeln.
Ruhepause in Quinta do Lorde
Die ersten Tage nach der Ankunft nutzen wir zur Erholung. Das Schiff aufräumen und unser Gleichgewichtsorgan wieder zur Ruhe kommen lassen. Am 27. Juli erwarten wir eine Freundin von Corinne mit Ihrem Sohn. Das Wetter ist immer noch windig. Im Hafen von Quinta do Lorde gibt es eine Bar wo sich die „Hafenbewohner“ treffen. Bei Bier und Arroz con Polvo (Tintenfischreis) lernen wir Leute kennen. So werden Informationen ausgetauscht, nachdem die üblichen Fragen wie, woher kommt ihr?, wohin segelt ihr? ausgiebig besprochen worden sind.

Überfahrt nach Madeira
Wir beschliessen die Überfahrt von Rabat nach Madeira für den 21. Juli. Uns erwartet ein Trip von 540 Seemeilen Länge. Die Wetterprognosen prophezeien Windstärke 15 bis 20 Knoten. Wir warten auf das OK der Marina. Drei Meter hohe, zum Teil sich brechende Wellen, erwarten uns vor der Mündung des Flusses Bou Regreg. Im Schiff wird alles verstaut und festgezurrt was herumfliegen könnte. Um 13:00 Uhr ist es soweit! Ausklarieren, der Zollhund darf natürlich nicht fehlen (diesmal ist es ein deutscher Schäferhund). Wir sind wie erwartet clean.
Törn in GoogleMap ansehen
Nun nichts wie los solange das Wasser, flutbedingt, noch hoch ist.

Das Pilotboot der Marina fährt vor uns, umschifft die Sandbänke um dann mit Vollgas durch die Wellen Richtung Atlantik zu fahren. Nach einem kurzen aber heftigen Ritt ist es geschafft!.

Um 15.00 Uhr setzen wir die Segel und nehmen Kurs Richtung Madeira. Wir haben Halbwind und eine Rauschfahrt beginnt. Der Wind bläst immer stärker, stärker als die Wetterprognosen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit steigert sich bis auf 10 Knoten, das Grosssegel dreifach gerefft und die Genua nur zur Hälfte ausgerollt. Der Wind bläst mit bis zu 36 Knoten. Hohe Dünung, Nachtwache im Dreistunden Takt halten uns auf Trab. Am zweiten Tag erreichen wir mit 240 Seemeilen in 24 Stunden einen neuen und nicht so schnell zu brechenden Etmal-Rekord. Wir staunen nicht schlecht, so schnell haben wir uns die Überfahrt nicht vorgestellt. Nach 2 1/2 Tagen, morgens um 05.00 Uhr, erreichen wir Madeira und passieren den Südkap im Dunkeln. Vor der Marina Quinta do Lorde lassen wir den Anker fallen. Müde und durchgeschüttelt schlafen erst mal aus. Wir wagen es nicht müde und im Dunkeln in den Hafen einzulaufen.
Um 10.00 Uhr werden wir durch Klopfen am Rumpf geweckt. Der Hafenmeister begrüsst uns und fragt, ob wir in den Hafen reinfahren möchten. Er fährt vor und weist uns den Hafenplatz. Auch hier, alle sind sehr hilfsbereit und nach kurzer Zeit ist die Inspirity fest vertaut. Nach dem Frühstück begeben wir uns zur Rezeption um einzuklarieren. Die sehr freundliche Hafenmeisterin gibt uns viele Informationen, Prospekte und vieles wissenswertes über Madeira. Sie ist bereit unseren Aufenthalt mit zu gestalten und zu organisieren. Wir sind uns schnell einig, dass wir diese Insel ausgiebig erkunden und geniessen werden.