Madeira - La Graciosa
Kaum zu glauben, dass schon ein Monat vergangen ist. Wir verlassen Madeira und freuen uns auf das Segeln. 240 Seemeilen sind es bis zu den Kanarischen Inseln, genauer gesagt bis zu La Graciosa, die Insel die nördlich von Lanzarote liegt. Der Wetterbericht verspricht gute Winde und wenig bewegte See. Doch wie schon öfters war der Wind etwas stärker und die Wellen etwas höher als erwartet. Egal wir sind Seefest. Wir geniessen das Halbwindsegeln. Unterwegs fangen wir eine Dorade. Gross genug für ein üppiges Essen zu Zweit. In den letzten Tagen hat Olivier die WiFi Antenne fest installiert. Nun sind wir gerüstet um auch schwache Internetsignale zu empfagen, was sich bereits in der Marina Quinta do Lorde als vorteilhaft erwiesen hat.
Überfahrt nach Madeira
Wir beschliessen die Überfahrt von Rabat nach Madeira für den 21. Juli. Uns erwartet ein Trip von 540 Seemeilen Länge. Die Wetterprognosen prophezeien Windstärke 15 bis 20 Knoten. Wir warten auf das OK der Marina. Drei Meter hohe, zum Teil sich brechende Wellen, erwarten uns vor der Mündung des Flusses Bou Regreg. Im Schiff wird alles verstaut und festgezurrt was herumfliegen könnte. Um 13:00 Uhr ist es soweit! Ausklarieren, der Zollhund darf natürlich nicht fehlen (diesmal ist es ein deutscher Schäferhund). Wir sind wie erwartet clean.
Törn in GoogleMap ansehen
Nun nichts wie los solange das Wasser, flutbedingt, noch hoch ist.

Das Pilotboot der Marina fährt vor uns, umschifft die Sandbänke um dann mit Vollgas durch die Wellen Richtung Atlantik zu fahren. Nach einem kurzen aber heftigen Ritt ist es geschafft!.

Um 15.00 Uhr setzen wir die Segel und nehmen Kurs Richtung Madeira. Wir haben Halbwind und eine Rauschfahrt beginnt. Der Wind bläst immer stärker, stärker als die Wetterprognosen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit steigert sich bis auf 10 Knoten, das Grosssegel dreifach gerefft und die Genua nur zur Hälfte ausgerollt. Der Wind bläst mit bis zu 36 Knoten. Hohe Dünung, Nachtwache im Dreistunden Takt halten uns auf Trab. Am zweiten Tag erreichen wir mit 240 Seemeilen in 24 Stunden einen neuen und nicht so schnell zu brechenden Etmal-Rekord. Wir staunen nicht schlecht, so schnell haben wir uns die Überfahrt nicht vorgestellt. Nach 2 1/2 Tagen, morgens um 05.00 Uhr, erreichen wir Madeira und passieren den Südkap im Dunkeln. Vor der Marina Quinta do Lorde lassen wir den Anker fallen. Müde und durchgeschüttelt schlafen erst mal aus. Wir wagen es nicht müde und im Dunkeln in den Hafen einzulaufen.
Um 10.00 Uhr werden wir durch Klopfen am Rumpf geweckt. Der Hafenmeister begrüsst uns und fragt, ob wir in den Hafen reinfahren möchten. Er fährt vor und weist uns den Hafenplatz. Auch hier, alle sind sehr hilfsbereit und nach kurzer Zeit ist die Inspirity fest vertaut. Nach dem Frühstück begeben wir uns zur Rezeption um einzuklarieren. Die sehr freundliche Hafenmeisterin gibt uns viele Informationen, Prospekte und vieles wissenswertes über Madeira. Sie ist bereit unseren Aufenthalt mit zu gestalten und zu organisieren. Wir sind uns schnell einig, dass wir diese Insel ausgiebig erkunden und geniessen werden.