Dorfbummel und Rückfahrt nach Madeira

Heute wollen wir wieder nach Madeira segeln. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage prognostizieren Starkwind an. Bei der Abmeldung werden wir angenehm überrascht. Entgegen den Erwartungen kostet der Ankerplatz nichts. Der freundliche Polizist wünscht uns eine gute Fahrt. Bevor wir los segeln, besuchen wir gemeinsam mit unseren Gästen das Dorf mit ca. 2’300 Einwohner auf der Insel Porto Santo. Wir legen mit dem Beiboot am alten Anlegesteg. Eine alte Pier, die mich wie in eine Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückholt. Bruchstückhafte Erinnerungen, Bilder von Häfen die ich vor 20-30 Jahren mal besucht hatte, tauchen auf.

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Zurück auf’s Boot erstatten wir einen kurzen Besuch an die Südspitze der Insel bevor wir mit rauhem Wind wieder Richtung Quinta do Lorde segeln. Auch diesmal gleiten wir nur so dahin. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit hat in den letzten Törns deutlich zugelegt.

Wiedersehen in Porto Santo

Claudia und Bernhard sind mit der SY Margna über Nacht eingetroffen. Wir statten einen kurzen Besuch mit dem Dinghy ab, bevor wir ins Dorf einkaufen gehen. Danach wieder faulenzen, lesen und baden an Bord.

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Ein Franzose, der neben uns ankert, kommt vorbei und will sich erkundigen, wie das mit dem Zahlen der Ankergebühren geregelt ist und wie hoch diese sind. Wir wissen es auch nicht, es herrscht ziemliche Verwirrung. Wir lassen es darauf ankommen.

Auf nach Porto Santo

Gestern Abend sind unsere Gäste angekommen. Heute wollen wir die ruhige Wetterlage ausnutzen, um nach Porto Santo, die Nachbarinsel nordöstlich von Madeira, zu segeln. Es wird wieder ein schneller Törn. Die Dünung bringt unsere Gäste an die Grenze des erträglichen. Doch wir erreichen Porto Santo wohlauf. Corinne kocht zur Ankunft in ruhige Gewässer im Lee der Insel feine Spaghetti und innert kurzer Zeit ist alles wieder im Lot. Vor dem Hafen von Porto Santo ankern wir. Eine sehr schöne Bucht mit einem langen gelbrötlichen Sandstrand bildet die Kulisse für die nächsten Tage.

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Am nächsten Morgen werden wir von der Sirene des Polizeibootes geweckt, dass uns freundlich auffordert, bei Gelegenheit im Polizeibüro der Marina die Anmeldung durchzuführen. Etwas erstaunt bedanken wir uns für die Information und erledigen umgehend die Formalitäten. Danach geniessen wir einen Strandtag mit lesen, bräunen und baden. Wir haben immer noch keinen Funkkontakt mit SY Margna von Claudia und Bernhard, die von Rabat nach Porto Santo segeln.

Ruhepause in Quinta do Lorde

Die ersten Tage nach der Ankunft nutzen wir zur Erholung. Das Schiff aufräumen und unser Gleichgewichtsorgan wieder zur Ruhe kommen lassen. Am 27. Juli erwarten wir eine Freundin von Corinne mit Ihrem Sohn. Das Wetter ist immer noch windig. Im Hafen von Quinta do Lorde gibt es eine Bar wo sich die „Hafenbewohner“ treffen. Bei Bier und Arroz con Polvo (Tintenfischreis) lernen wir Leute kennen. So werden Informationen ausgetauscht, nachdem die üblichen Fragen wie, woher kommt ihr?, wohin segelt ihr? ausgiebig besprochen worden sind.

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Überfahrt nach Madeira

Wir beschliessen die Überfahrt von Rabat nach Madeira für den 21. Juli. Uns erwartet ein Trip von 540 Seemeilen Länge. Die Wetterprognosen prophezeien Windstärke 15 bis 20 Knoten. Wir warten auf das OK der Marina. Drei Meter hohe, zum Teil sich brechende Wellen, erwarten uns vor der Mündung des Flusses Bou Regreg. Im Schiff wird alles verstaut und festgezurrt was herumfliegen könnte. Um 13:00 Uhr ist es soweit! Ausklarieren, der Zollhund darf natürlich nicht fehlen (diesmal ist es ein deutscher Schäferhund). Wir sind wie erwartet clean.



Törn in GoogleMap ansehen

Nun nichts wie los solange das Wasser, flutbedingt, noch hoch ist.


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Das Pilotboot der Marina fährt vor uns, umschifft die Sandbänke um dann mit Vollgas durch die Wellen Richtung Atlantik zu fahren. Nach einem kurzen aber heftigen Ritt ist es geschafft!.


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Um 15.00 Uhr setzen wir die Segel und nehmen Kurs Richtung Madeira. Wir haben Halbwind und eine Rauschfahrt beginnt. Der Wind bläst immer stärker, stärker als die Wetterprognosen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit steigert sich bis auf 10 Knoten, das Grosssegel dreifach gerefft und die Genua nur zur Hälfte ausgerollt. Der Wind bläst mit bis zu 36 Knoten. Hohe Dünung, Nachtwache im Dreistunden Takt halten uns auf Trab. Am zweiten Tag erreichen wir mit 240 Seemeilen in 24 Stunden einen neuen und nicht so schnell zu brechenden Etmal-Rekord. Wir staunen nicht schlecht, so schnell haben wir uns die Überfahrt nicht vorgestellt. Nach 2 1/2 Tagen, morgens um 05.00 Uhr, erreichen wir Madeira und passieren den Südkap im Dunkeln. Vor der Marina Quinta do Lorde lassen wir den Anker fallen. Müde und durchgeschüttelt schlafen erst mal aus. Wir wagen es nicht müde und im Dunkeln in den Hafen einzulaufen.


Um 10.00 Uhr werden wir durch Klopfen am Rumpf geweckt. Der Hafenmeister begrüsst uns und fragt, ob wir in den Hafen reinfahren möchten. Er fährt vor und weist uns den Hafenplatz. Auch hier, alle sind sehr hilfsbereit und nach kurzer Zeit ist die Inspirity fest vertaut. Nach dem Frühstück begeben wir uns zur Rezeption um einzuklarieren. Die sehr freundliche Hafenmeisterin gibt uns viele Informationen, Prospekte und vieles wissenswertes über Madeira. Sie ist bereit unseren Aufenthalt mit zu gestalten und zu organisieren. Wir sind uns schnell einig, dass wir diese Insel ausgiebig erkunden und geniessen werden.

Rabat

Rabat, die schöne, überschaubare Hauptstadt des Königreiches Marokko mit 1,6 Millionen Menschen.


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Ein orientalisches Treiben auf landestypischen Bazaren eingehüllt in einen Duft von tausendundeiner Nacht, aber auch das Flair einer modernen, aufstrebenden Großstadt. Repräsentative Neubauten mit modernen Geschäften und verschiedene prunkvolle Moscheen schmücken die gut ausgebauten Straßen der Residenzstadt des marokkanischen Königs. Wahrzeichen von Rabat ist der Hassanturm (Tour Hassan). Hierbei handelt es sich um das Minarett der nie vollendeten Moschee, weil ihr Auftraggeber, der Almohadenherrscher Yakoub el-Mansour vorher das Zeitliche segnete. Wäre diese Moschee je fertig gestellt worden, dann wäre es die zweitgrößte Moschee des Islams geworden. Ganz in der Nähe des Hassanturmes befindet sich das von einem japanischen Architekten errichtete, prunkvolle Mausoleum (Mausolée Mohammed V) aus hellweißem Marmor von Mohammed V und Hassan II der heutigen marokkanischen Königsfamilie.


Das Altstadtviertel Rabats ist geprägt von kleinen, verwinkelten Gassen, in denen die Farben weiß und blau dominieren. Hier geniesst man Mandelplätzchen und würzigen Pfefferminztee mit Blick auf das geschäftige, orientalische.

Gibraltar - Rabat

Für den Törn nach Rabat decken wir uns mit Wasser und Essen ein und am 11.7. segeln wir mit sehr guten Winden Richtung Rabat. Nach der Passage von Gibraltar schläft der Wind leider ein und wir müssen die ganze Nacht mit Motor segeln. Nach 24 Stunden erreichen wir Rabat, funken die Marina an, damit sie uns den Begleitservice zur Verfügung stellen. Die kommen dann auch prompt im Dinghy angerauscht und wir folgen ihnen durch den Fluss zur Marina.


Einklarierungsformalitäten sind einfach, Zollabfertigung dauert etwas länger, da der Hund das ganze Schiff nach Drogen abschnüffelt. Es ist sehr heiss und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Endlich geschafft geht's zu den Schwimmdock's, wo doch schon einige Schiffe sind. Die Angestellten der Marina sind uns sehr behilflich und nach 30 Minuten ist die Inspirity fest verankert. Jetzt ein verdientes Mittagessen in eines der Restaurant am Pier.


Wir geniessen unbeschwerte Tage, „Dolce va niente“, nicht ganz, da Olivier noch für die lrc Funkprüfung lernt und anschliessend für 3 Tage in die Schweiz fliegt. Prüfung bestanden und wieder zurück. Gegenüber von uns sind Holländer, ein Schweizer und ein Franzose. Schnell kommen wir in's Gespräch. Claudia & Bernhard, Cherret & Frida, Paul & Giselle, alles Weltenbummler. Und alle schwärmen von diesem Leben auf den Schiffen.

Richtung Gibraltar

Spanische Küste Richtung Gibraltar. Entlang der Küste, soweit das Auge reicht, erhebt sich der Gemüsegarten Europas. Sehr eindrucksvoll. Wir segeln mit voller Geschwindigkeit Richtung Gibraltar.


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Frachtschiffe warten vor der Einmündung nach Gibraltar. Wir kurven um die Schiffe und segeln in den Hafen von Gibraltar, wo wir uns einen Hafenplatz erhoffen. Leider nicht's gewesen. Bei der zweiten Marina klappt es und wir bleiben 2 Tage. Viel Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von über 60Kn im Hafen.

Poisson cru

Zutaten für 2 Portionen
½ kg Thunfisch, frischer roher
2 Tomate(n)
½ Zwiebel(n)
1 Möhre(n)
etwas Salz
¼ Liter Kokosmilch
3 Limette(n)

Zubereitung
Thunfisch in dünne Streifen schneiden (wie bei Geschnetzeltem)und in 1 l kaltem Salzwasser 10 Min. marinieren. Die Marinade abpressen und den Fisch mit dem Saft der Limetten gut durchmischen. Möhren raspeln, Tomaten würfeln, Zwiebeln in Ringe schneiden. Salzen nach Bedarf. Dann das kleingeschnittene Gemüse mit dem Fisch mischen. Vor dem Servieren die Kokosmilch dazugeben und nochmals gut durchmischen. Dazu wird Baguette und trockener Weißwein oder Bier gereicht.

Danke Yann für den Tip. Wir probieren es heute gleich aus.

Tag Nacht Rhythmus wie am Land

Seit den Genusstagen im Mar interno bei Caleta del Estacio, segeln wir tagsüber Richtung Gibraltar. Nachts suchen wir uns einen ruhigen Ankerplatz um am nächsten Morgen frühzeitig aufzubrechen. Wir werden später noch genug Möglichkeiten haben, Nachts durch zu segeln und unseren drei Stunden Wachrhythmus zu absolvieren. Jetzt geniessen wir es Zeit zu haben und üben Segelmanöver, wenn das Wetter günstig ist. Die Winde sind sehr unterschiedlich. Am Mittwoch als wir losfuhren, konnten wir bis Abends segeln, dann schlief der Wind ein und wir beschlossen noch 3 Stunden mit Motor bis Porto Aguila zu fahren. Am Donnerstag war der Wind bis Nachmittags 3 Uhr komplett verschwunden. Erst gegen Abend konnten wir mit Genakker und Genua im Schmetterling, ohne das Grosssegel zu hissen, segeln. Wir segelten platt vor dem Wind. Die Inspirity lief wie auf Schienen. Das war schon fast Passatfeeling. Ein kleiner Thunfisch biss sich an unsere Angelleine fest. Wir liessen ihn, aus Respekt vor kindlichem Übermut, wieder frei. Die Küste ist felsig und wild. Wo es der Boden erlaubt, sind riesige Plastikgewächshäuser angelegt. Der Wintergarten Europas. Die ganze Küste schimmert weiss gefleckt. Entlang der Küste sind auch zahlreiche Fischfarmen angelegt. Hier, so scheint es, wird ganz Europa mit Nahrungsmitteln versorgt. Die Häfen sind vorwiegend für Frachtschiffe gebaut. Grosse Anlegepiers und Lademolen weisen auf umfangreichen Güterumschlag hin. Auch das AIS zeigt uns auf der Navigationskarte gegen hundert Schiffe, die wie Perlen auf einer Schnur einander folgen. Am Cabo de Gata, an der südlichstenen Spitze Spaniens, bevor die Alboran See Richtung Gibraltar beginnt, nahm der Wind zu (Kapwirkung). Auf der westlichen Seite suchten wir uns einen Ankerplatz am Strand, wo die Fallböen nicht mehr stark waren. Heute Morgen schenkte uns Aeolus schönen NE Wind mit Windstärke 4. Also nichts wie los! Eine Rauschefahrt Richtung Westen mit 7-8 Knoten, kaum Wellen und herrliches Wetter, liessen den Segelvirus aktiv werden. Der Wetterbericht von der Spanischen Küste erwartet bis heute Abend mehr Wind und bewegte See. Wir haben diverse Schutzmöglichkeiten an der Südküste Spaniens vorsorglich in der Karte notiert. Unser Tagesziel ist der Hafen von Adra, den wir bei der aktuellen Geschwindigkeit am späteren Nachmittag erreichen sollten.