Tag Nacht Rhythmus wie am Land
Freitag den 02. Jul. 2010 - Kategorien: Spanien
| Überfahrten
Seit den Genusstagen im Mar interno bei Caleta del
Estacio, segeln wir tagsüber Richtung Gibraltar.
Nachts suchen wir uns einen ruhigen Ankerplatz um am
nächsten Morgen frühzeitig aufzubrechen. Wir werden
später noch genug Möglichkeiten haben, Nachts durch
zu segeln und unseren drei Stunden Wachrhythmus zu
absolvieren. Jetzt geniessen wir es Zeit zu haben und
üben Segelmanöver, wenn das Wetter günstig ist. Die
Winde sind sehr unterschiedlich. Am Mittwoch als wir
losfuhren, konnten wir bis Abends segeln, dann
schlief der Wind ein und wir beschlossen noch 3
Stunden mit Motor bis Porto Aguila zu fahren. Am
Donnerstag war der Wind bis Nachmittags 3 Uhr
komplett verschwunden. Erst gegen Abend konnten wir
mit Genakker und Genua im Schmetterling, ohne das
Grosssegel zu hissen, segeln. Wir segelten platt vor
dem Wind. Die Inspirity lief wie auf Schienen. Das
war schon fast Passatfeeling. Ein kleiner Thunfisch
biss sich an unsere Angelleine fest. Wir liessen ihn,
aus Respekt vor kindlichem Übermut, wieder frei. Die
Küste ist felsig und wild. Wo es der Boden erlaubt,
sind riesige Plastikgewächshäuser angelegt. Der
Wintergarten Europas. Die ganze Küste schimmert weiss
gefleckt. Entlang der Küste sind auch zahlreiche
Fischfarmen angelegt. Hier, so scheint es, wird ganz
Europa mit Nahrungsmitteln versorgt. Die Häfen sind
vorwiegend für Frachtschiffe gebaut. Grosse
Anlegepiers und Lademolen weisen auf umfangreichen
Güterumschlag hin. Auch das AIS zeigt uns auf der
Navigationskarte gegen hundert Schiffe, die wie
Perlen auf einer Schnur einander folgen. Am Cabo de
Gata, an der südlichstenen Spitze Spaniens, bevor die
Alboran See Richtung Gibraltar beginnt, nahm der Wind
zu (Kapwirkung). Auf der westlichen Seite suchten wir
uns einen Ankerplatz am Strand, wo die Fallböen nicht
mehr stark waren. Heute Morgen schenkte uns Aeolus
schönen NE Wind mit Windstärke 4. Also nichts wie
los! Eine Rauschefahrt Richtung Westen mit 7-8
Knoten, kaum Wellen und herrliches Wetter, liessen
den Segelvirus aktiv werden. Der Wetterbericht von
der Spanischen Küste erwartet bis heute Abend mehr
Wind und bewegte See. Wir haben diverse
Schutzmöglichkeiten an der Südküste Spaniens
vorsorglich in der Karte notiert. Unser Tagesziel ist
der Hafen von Adra, den wir bei der aktuellen
Geschwindigkeit am späteren Nachmittag erreichen
sollten.